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Beziehungen zu Deutschland

16.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Nach der Machtübernahme von Präsident Obiang 1979 verbesserten sich die Beziehungen Deutschlands zu Äquatorialguinea. Unter seinem Vorgänger, dem Diktator Macias, hatte es nur gelegentliche Kontakte gegeben.
Äquatorialguinea hat 2005 eine Botschaft in Berlin eröffnet. 2009 hat der damalige Außenminister Pastor Micho Ondo Bilé in Berlin Gespräche mit dem damaligen Außenminister Steinmeier, dem damaligen Wirtschaftsminister zu Guttenberg sowie dem Vorsitzenden der Parlamentariergruppe West- und Zentralafrika des Deutschen Bundestages Hartwig Fischer geführt.
Im September 2010 hat die deutsche Botschaft in Malabo ihren Dienst aufgenommen.

Die damalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper hat im November 2010 mit 30-köpfiger Wirtschaftsdelegation Malabo und Bata besucht.

Der Besucheraustausch wurde 2017/18 mit Besuchen des äquatorialguineischen Außenministers Agapito Mba Mokuy, des Landwirtschaftsministers Victor Grange und des Ölministers Gabriel Obian Lima in Berlin fortgesetzt. Ferner verfolgte ein hochrangiges Mitglied des äquatorialguineischen Senats die Bundestagswahl 2017 in Deutschland.

Anlässlich der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York im September 2018 fand zwischen den Leitern beider Delegationen ein Meinungsaustausch über VN-Themen statt, da Äquatorialguinea und Deutschland im Jahr 2018 beide nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sind.

Deutschland wird in Äquatorialguinea trotz reduzierter Erwartungen weiterhin als Wunschpartner für die wirtschaftliche Entwicklung und Diversifizierung des Landes gesehen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die bilateralen Handelsbeziehungen entwickeln sich wechselhaft, 2008 erreichten sie durch die Einfuhr von Erdöl einen Spitzenwert.

Während der deutsche Handel mit Äquatorialguinea sich 2005 noch auf 36 Millionen Euro belief, erreichte er 2015 99,4 Millionen Euro.

Die deutschen Ausfuhren beliefen sich 2017 auf rund 14,9 Millionen Euro, die Einfuhren 2017 auf rund 98,1 Millionen Euro. Deutschland exportiert hauptsächlich Getränke, Fabrikationsanlagen, Maschinen und Kraftfahrzeuge und importiert Erdöl und chemische Erzeugnisse aus Äquatorialguinea.

Die vom Erdölboom ermöglichten sehr hohen Staatsausgaben für Infrastruktur und Bauten aller Art brachten und bringen (trotz Rezession) auch für deutsche Unternehmen Geschäftschancen, die jedoch mit Risiken verbunden sind. Auf dem äquatorialguineischen Festland, in der Nähe von Mongomo, hat eine deutsche Firma einen Flughafen errichtet. Derzeit sind deutsche Ingenieurbüros bei der Bauaufsicht und Subunternehmer im Bereich Gasanlagetechnik und Telekommunikation im Land aktiv. Ein Großprojekt im Bereich der Verflüssigung von Erdgas mit deutscher Beteiligung wurde 2010 vom deutschen Partner wieder aufgegeben.

Im April 2008 hat die Lufthansa eine Flugverbindung nach Malabo eingerichtet und fliegt Malabo von Frankfurt aus seit März 2012 täglich an.

Deutsche Entwicklungshilfe wurde bis Mitte der 1990er Jahre geleistet. Seither qualifiziert sich Äquatorialguinea wegen seines weiterhin hohen Pro-Kopf-Einkommens nicht mehr für diese Programme. Die deutsche Botschaft fördert jährlich einige Kleinstprojekte im Bereich Landwirtschaft, Biodiversität, Bildung und Gesundheit.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen  Äquatorialguinea und Deutschland beruhen auf Initiativen von Einzelpersonen oder der Botschaft-. Es gibt kein Kulturinstitut, nur wenige ehemalige Stipendiaten und keinen Deutschunterricht an äquatorialguineischen Schulen oder Universitäten.

Die deutsche Botschaft in Malabo hat in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit anderen Kulturinstituten mehrere Filmwochen veranstaltet, eine Ausstellung zur Geschichte deutschen Engagements in Äquatorialguinea entworfen sowie Maßnahmen zur Sportförderung durchgeführt.  Jährlich werden Gastspiele deutscher Künstler organisiert. Besondere auch mediale Beachtung fand die Konzertreise der deutschen Soulsängerin Y´akoto und Band im Dezember 2017 nach Malabo.

Im Oktober 2018 besucht die Jugendgruppe des Musikvereins Aich/Niederbayern Malabo.

2017/18 konnte die Botschaft die Teilnahme junger äquatorialguineischer Talente an der Berlinale und der Frauenfußballkonferenz „Discover Football“ erreichen. In Malabo fanden zwei von der NGO Bösöppe aus Heidelberg organisierte Workshops der Hochschule für Gestaltung aus Offenbach statt, der Arbeitsaufenthalt einer deutschen Fotografin war dem Thema „das Afrikazimmer“ gewidmet.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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